Problemwolf lebt in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin in Sicherheit

Ein in Schleswig-Holstein als Problemwolf identifizierter Wolf, für den im Nachbarbundesland die Genehmigung zur Entnahme erteilt worden war, hat in Mecklenburg-Vorpommern mehrfach Nutztiere angegriffen. Es ist unverständlich, dass unser Landwirtschaftsministerium so behäbig auf ein gut identifiziertes Problem reagiert. Nach wie vor darf der Wolf, für den im Nachbarbundesland eine Abschussgenehmigung vorlag, in Mecklenburg-Vorpommern nicht angerührt werden - trotz dokumentierter Vorfälle.

Aussagen aus dem Landwirtschaftsministerium, der Artenschutz verhindere beherztes Handeln, sind zweifelhaft. An der Expertise des Ministeriums in Schleswig-Holstein bestehen keine begründeten Zweifel, es entsteht der Eindruck, unser Ministerium wolle einfach nicht entscheiden, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Ferner wird möglicherweise die Hoffnung gehegt, dass der Wolf weiterzieht - mit dem Ergebnis, dass sich entweder Polen oder Brandenburg mit dem Problem auseinandersetzen muss. Alles in allem kommt man zu dem Schluss: Gefährliche Raubtiere leben in Mecklenburg-Vorpommern in Sicherheit.

Neuerdings steht das Ministerium zudem auf dem Standpunkt, es sei für das Erteilen von Genehmigungen zur Entnahme gar nicht zuständig, die Aufgabe sollten die Landkreise übernehmen. Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass wir als Land nicht dazu befugt sind, Genehmigungen zur Entnahme gefährlicher Raubtiere zu erteilen, so ist die zügige Anpassung des Jagdrechts auf Landesebene, besser auf nationaler Ebene, umso zwingender geboten.

Die CDU-Fraktion greift das Thema auf, wir erwarten die entsprechende Aussprache mit großer Spannung.


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