Ostsee ist nicht das Weddelmeer - Aktueller Munitionsfund vor Rostock zeigt wieder, dass Ostsee mehr Aufmerksamkeit bei Munitionsaltlasten verdient

Stein-Peter

In der letzten Sitzungswoche hat der Bundestag einen interfraktionellen Antrag der Koalitionsparteien sowie von FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Schutz des antarktischen Weddelmeers beschlossen. Damit wurde eine Initiative der Bundesregierung unterstützt, dort ein Meeresschutzgebiet auszuweisen. Als Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern hoffen wir auf einen internationalen Erfolg dieser starken Initiative und fordern, dass auch dem Schutz der Ostsee noch mehr Aufmerksamkeit insbesondere bei den Munitionsaltlasten beigemessen wird.

Der jüngste Fund britischer Seeminen aus dem zweiten Weltkrieg in der Kadetrinne vor Rostock führt uns die bestehende Herausforderung wieder direkt vor Augen. Unser Dank gilt den Experten vom Munitionsbergungsdienst und dem Bundesamt für Naturschutz, die ihr bestmöglichstes für den Schutz der Tier- und Pflanzenumwelt tun. Eine Sprengung darf wegen der schädlichen Auswirkungen immer nur die letzte Option sein, aber natürlich muss der Schutz für den Mensch oberste Priorität haben!

Der Schutz der Meeresumwelt in der baltischen See liegt uns sehr am Herzen. Die Ostsee ist zwar nicht das Weddelmeer und die Antarktis liegt auch nicht direkt vor unserer Haustür. Dennoch betrachten wir die aktuelle Initiative der Bundesregierung als vorbildhalft auch für unsere Ostsee, da sich hier zumindest in der EU, hoffentlich auch global, eine breite Zustimmung durch die internationale Staatengemeinschaft zum Schutz des Meeres abzeichnet.

Soweit es die Ostsee betrifft, gibt es natürlich schon einige multinationale Abkommen zum Schutz des Ökosystems. Ob über die HELCOM (Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum), die EU-Ostseestrategie, den Ostseerat und nicht zuletzt von Seiten der Ostseeparlamentarierkonferenz – alle haben die gefährlichen Kriegshinterlassenschaften förmlich auf der Agenda.

Wir fordern aber deutlich mehr Tempo, da die Uhr aufgrund der voranschreitenden Korrosion tickt. Wir brauchen mehr internationales Engagement in der Sache, schließlich sind alle Ostseeanrainer betroffen und die Verantwortung ist auch nicht allein in Deutschland zu suchen. Bei der Ostseeparlamentarierkonferenz hat unser Landesgruppenmitglied Peter Stein als Munitionsberichterstatter bereits zwei erfolgreiche Anträge eingebracht und einen umfangreichen Zwischenbericht abgegeben. An einem umfangreichen Bundestagsantrag arbeitet er derzeit.


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