Maßnahmenpaket zum Erhalt des Deutschen Waldes

In den vergangenen Wochen haben wir im Parlament - aber auch landauf und landab - viel über die Situation des deutschen Waldes diskutiert. Daher möchte ich Ihnen kurz vorstellen, wie sich die aktuelle Situation gestaltet, welche Maßnahmen wir getroffen haben und welche wir treffen werden:

Wir brauchen unsere Wälder. Sie binden Kohlenstoff im Boden und im Holz. Mit dem Erhalt des Waldes, seiner nachhaltigen Bewirtschaftung und mit der Verwendung von Holz verfügen wir über ein massives CO2 Minderungs- und Speicherpotenzial. Der wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik schätzt den Klimaschutzbeitrag von Wald und Holz auf 127 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Der Wald ist ein unerlässlicher Partner bei der Erreichung der Klimaziele für 2030 und 2050.

Bund und Länder fördern bereits seit Jahren den Waldumbau hin zu gemischten und klimastabilen Wäldern. Und das mit guten Ergebnissen. Der Wald in Deutschland ist heute vorratsreicher, älter, naturnäher und gemischter als vor zehn Jahren!

Dennoch: Unser Wald ist in Gefahr. Brände wie jüngst in meinem Wahlkreis, Stürme, die Dürre und Schädlinge wie der Borkenkäfer haben unserem Wald in erheblicher Weise zugesetzt. Inzwischen haben wir einen Überblick über die Schäden. Das Aufkommen an Kalamitätsholz im Jahr 2018 liegt bei rund 32,4 Millionen Kubikmeter. Für dieses Jahr rechnen Experten mit weiteren 35 Millionen Kubikmetern an Schadholz. Hinzu kommen Verluste durch vertrocknete Kulturen und bei Pflanzungen, die sich auf über 110.000 Hektar addieren.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat im vergangenen Jahr zur Bewältigung der Schäden und zur langfristigen Stabilisierung der Wälder für die kommenden fünf Jahre zusätzlich 25 Millionen Euro bereitgestellt.

Im Haushalt 2020 ist vorgesehen, diese Mittel auf jährlich 10 Millionen Euro zu erhöhen. Zusammen mit den Ländermitteln stünden dann jährlich 16,7 Millionen Euro zweckgebunden zur Verfügung. Das wird aber nicht reichen. Zur Wiederbegründung der Wälder, Bekämpfung des Borkenkäfers, Anlage von Löschteichen und Brandschutzstreifen sowie zur Pflanzung klimastabiler Kulturen benötigen wir in den nächsten Jahren mindestens 500 Millionen Euro. 

Die außergewöhnliche Situation macht es akut unerlässlich, die geschädigten Wälder rasch wieder aufzuforsten und an den Klimawandel anzupassen. Wir brauchen dazu einen guten Mix aus Nadel- und Laubbäumen. Und wir brauchen dazu mehrere Millionen Bäume.

Der Bund hat dazu mehrere Maßnahmen vorgesehen. Einen Teil stelle ich Ihnen vor:

  • Die Länder erhalten Mittel für die Überwachung, Vorbeugung und Bekämpfung von Schadorganismen, um diese Hilfen möglichst rasch an die Waldbesitzer weiter zu geben.
  • Ferner prüft die Bundesforstverwaltung, ob auf den bundeseigenen Flächen Nasslagerplätze eingerichtet werden können, um das Holz künstlich zu beregnen und zu konservieren.
  • Für geschädigte Forstbetriebe konnten wir für das Jahr 2018 steuerliche Erleichterungen erwirken.
  • Wir nutzen die bisherigen Erfahrungen und beraten derzeit mit Ländern, Kommunen, Verbänden und Wissenschaft über ein mögliches überbetriebliches und länderübergreifendes Risiko- und Krisenmanagement bei Schadereignissen mit bundesweitem Ausmaß.
  • Darüber hinaus fördert das BMEL zahlreiche Vorhaben zum Waldschutz, zur Risikomodellierung, zu angepassten Methoden der Waldbewirtschaftung sowie zur Forstpflanzenzüchtung.

Es ist eine Generationenaufgabe, den Wald zu erhalten und zu pflegen - gerade für die, die heute noch nicht geboren sind. Nicht zuletzt entspringt der Nachhaltigkeitsbegriff der Forstwirtschaft. Daher ist entscheidend, die große Bedeutung des Waldes, der Forstwirtschaft und der Holzverwendung noch viel stärker in die gesellschaftliche Debatte einzubringen.


zurück zur Übersicht