Aktuelle Stunde „Aus Respekt vor der Schöpfung – in Tierwohl investieren“

Während 1950 in Deutschland ein Kilogramm Schweinefleisch 1,6 Prozent des monatlichen Nettoverdienstes kostete, waren es 1975 nur noch 0,56. Im Jahr 2020 kostete das Kilo Schweinefleisch nur noch 0,22 Prozent des durchschnittlichen Nettoverdienstes. Diese Entwicklung hat vor allem etwas damit zu tun, wie Menschen Fleisch konsumieren und nachfragen. Und dieses Fleisch wird industriell hergestellt.

Seit einigen Tagen ist die Tierwohldiskussion auch verstärkt in Mecklenburg-Vorpommern angelangt. Anlass ist der Brand einer Tierhaltungsanlage in Alt Tellin mit 55.000 in Qualm und Flammen qualvoll verendeter Tiere. In Mecklenburg-Vorpommern redet Politik aber weniger über die moralischen, wirtschaftspolitischen, oder gar gesundheitspolitischen Folgen dieser Art der Tierhaltung. Stattdessen gab es Rechtfertigungsarien aus dem Landwirtschaftsministerium, deren Kern war, mit der Anlage in Alt Tellin angeblich niemals irgendwas zu tun gehabt zu haben.

Die CDU-Fraktion Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Aktuelle Stunde zum Anlass, um klarzustellen, dass der qualvolle Tot von mehr als 55.000 Tieren nicht die Konsequenz eines Genehmigungsverfahrens ist, sondern einer Grundhaltung, was das Thema Fleischkonsum angeht. Diese Grundhaltung ist ethisch fragwürdig und deswegen braucht es ein Umdenken!

Wir brauchen zukünftig keine Leitfäden mehr, die explizit auf die Ansiedlung von (niederländischen) Investoren abstellen und die Ansiedlung der Straathof-Holding GmbH für den Standort in Alt Tellin erheblich begünstigten – gemeint ist hier der so genannte ‚Schweineleitfaden‘, den das Landwirtschaftsministerium 2008 veröffentlicht hat.

Wir brauchen Leitfäden für mehr Regionalität.

Wir brauchen keine Förder-Anreizsysteme für Massentierhaltung.

Wir müssen Alternativen zur industriellen Tierhaltung fördern.

Wir müssen über staatliche Investitionsförderung, Tierwohlprämien und angemessene Marktpreise sprechen.


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