Michael Sack: Wir dürfen uns von Schleswig-Holstein beim Tourismus nicht abhängen lassen

05.05.2021

Heute hat der Landrat von Ostholstein erklärt, dass die Gemeinden Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Sierksdorf sowie die Stadt Neustadt ab dem 8. Mai zur touristischen Testregion werden. Touristische Übernachtungen sowie die Nutzung der Gastronomie werden dann möglich sein. Zuvor waren bereits die Schleiregion, Eckernförde und zuletzt Sylt und St. Peter Ording für den Tourismus geöffnet worden.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack: „Ich bin in großer Sorge, dass uns Schleswig-Holstein beim Tourismus abhängt. Während jedermann mit einem negativen Testergebnis auf Sylt im Restaurant essen darf, darf man Mecklenburg-Vorpommern nur in Ausnahmefällen überhaupt betreten. Zudem fahren schon seit Wochen viele Menschen aus Westmecklenburg zum Einkaufen oder für die Nutzung der Außengastronomie nach Lübeck. Wenn jetzt auch noch der Tourismus in der Lübecker Bucht anläuft, dann muss das für jeden ein Alarmsignal sein, dem das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern am Herzen liegt.

Die Erfahrung mit der Außengastronomie in Lübeck und auch dem Übernachtungsgewerbe im Nachbarbundesland zeigen schon jetzt, dass der Tourismus, auch der Tagestourismus, in Verbindung mit einer klugen Teststrategie die Pandemie nicht anheizt und vielen Menschen, die in der Branche arbeiten, die dringend ersehnte Perspektive bietet. Gleichzeitig sehnen sich viele Menschen nach über sechs Monaten mehr oder minder strengem Lockdown nach ein klein wenig Normalität.

Zwar ist die Inzidenz in Schleswig-Holstein nur halb so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern, trotzdem sinkt die Inzidenz auch bei uns und die Impfkampagne kommt spürbar voran. Ich sehe deswegen keinen Grund dafür, Mecklenburg-Vorpommern weiterhin zum Sperrgebiet zu erklären, während ‚nebenan‘ schon seit Wochen wieder die Normalität Einzug hält – mit äußerst ermutigenden Erfahrungen, was das Thema Inzidenz angeht.

Abgesehen vom Tourismus müssen wir auch über das Thema KiTa und Schule dringend sprechen. Nicht nur, dass der Frust in vielen Elternhäusern ein besorgniserregendes Ausmaß annimmt, ich halte es auch aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit für dringend angezeigt, den Präsenzunterricht endlich wieder hochzufahren. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber sie scheint inzwischen beherrschbar, die Zeit für mehr Normalität an Schulen und KiTas ist gekommen.“


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