Michael Sack: Reibungsverluste bei Beruflicher Bildung minimieren

04.08.2021

Anlässlich eines Gespräches mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern hat CDU-Spitzenkandidat Michael Sack eine Bündelung der Zuständigkeiten für die Berufliche Bildung gefordert:

„Anders als noch im Frühjahr befürchtet entwickelt sich die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge inzwischen wieder einigermaßen erfreulich. Hierzu hat insbesondere die weitsichtige Arbeit vieler Handwerksbetriebe beigetragen. Ausbildungsverträge werden im Moment weit im Voraus abgeschlossen, teilweise über ein Jahr bevor der formale Schulabschluss vorliegt. Dieser Einmaleffekt wirkt sich positiv auf die Zahl der abgeschlossenen Verträge aus. Ich stelle fest: Das Engagement vor Ort klappt gut, die Unterstützung aus Schwerin gerade für die Berufsvorbereitung und -orientierung ist aber ausbaufähig. Dass ein beträchtlicher Teil der Ausbildungsstellen auch für das kommende Lehrjahr noch unbesetzt sein wird, führe ich auch auf ein Zuständigkeitsknäuel zurück, das leicht zu entwirren wäre.

Ein Beispiel für vermeidbare Reibungsverluste liefert das Azubiticket. Es wurde Anfang des Jahres erst nach erheblichem politischen Druck vor allem aus der CDU-Landtagsfraktion umgesetzt. Die Federführung vor der Einführung des Tickets wechselte aber von Ministerium zu Ministerium, bis sich dann am Ende das Energieministerium erbarmte. Insofern verwundert es nicht, dass die Abrufzahlen besser sein könnten; das Ticket jedenfalls könnte noch deutlich an Attraktivität gewinnen, vergrößere man seinen Geltungsbereich oder entlastete man die Azubis von den Kosten.

Die klare Konsequenz muss lauten: Reibungsverluste müssen zukünftig minimiert werden. Die Hochschulen im Land haben eine eigene Staatssekretärin im Bildungsministerium als Sachverwalterin, die Zuständigkeit für die Berufliche Bildung indessen verteilt sich auf mehrere Ministerien auf Referatsebene. Akademische und berufliche Bildung werden an der Stelle nicht nur gefühlt ungleich behandelt und wertgeschätzt, sondern systematisch. In der kommenden Legislaturperiode muss die Zuständigkeit gebündelt und aufgewertet werden. Die Azubis und die infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gebeutelten Unternehmen sollten es uns wert sein.

Der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild ergänzt: „Neben der organisatorisch unbefriedigend aufgestellten beruflichen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern gibt es auch weitere Problemfelder, die dringend angegangen werden müssen. Nach wie vor müssen Handwerksbetriebe auch gegenüber dem Land Daten mehrfach angeben, was regelmäßig zu vermeidbarem Mehraufwand führt. Überhaupt kämpfen wir seit Jahren gegen die Dokumentations- und Statistikwut des Landes. Wir brauchen das glatte Gegenteil, nämlich den Willen zu Entbürokratisierung und zu einfacher Anwendbarkeit von Regeln sowie zur Vereinfachung von Förderinstrumenten. Jeder Handwerker, der sich selbständig macht, tut dies aus Liebe zu seinem Handwerk. Ich kenne keinen einzigen, der gern im Büro sitzt und Papier vollschreibt, oftmals, ohne dass ein tieferer Sinn dahinter erkennbar wäre.“


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