Michael Sack: Land- und Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern verdient es nicht, stigmatisiert zu werden

11.12.2020

Mit Blick auf die aktuellen Proteste von Landwirtinnen und Landwirten erklärt der Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack:

„Landwirte verdienen politische Unterstützung. Viele Menschen scheinen bereits vergessen zu haben, dass die durchgängige Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen, regionalen Lebensmitteln im wahrsten Sinne von existenzieller Bedeutung ist. Mir ist schon klar, dass Weizen, Wrucken oder Weihnachtsbäume nicht den gleichen Sexappeal haben wie Quino, Avocados oder Goji-Beeren, Grund für Geringschätzung ist das aber nicht! Mecklenburg-Vorpommern ist nach wie vor von Land- und Ernährungswirtschaft geprägt, ein Bereich, in dem durchaus hohe Wertschöpfung möglich ist. Deswegen muss politisch mehr dafür getan werden, diesen Standortvorteil nicht zu verspielen.

Leider habe ich wenig Hoffnung, dass das Insektenschutzgesetz, das Bundesumweltministerin Schulze (SPD) vorangetrieben hat und das einen der Hauptaspekte des aktuellen Protests bildet, im Bundesrat noch so verändert wird, dass unsere Landwirte nicht unnötig drangsaliert werden. Immerhin die Folgen der Düngeverordnung des Bundes (Bundesdüngemittelverordnung) würde man hierzulande aber noch abmildern können, würde man die Nitratbelastung im Boden nicht nur schätzen, sondern messen. Beides, Insektenschutzgesetz und Düngemittelverordnung, wird den Kostendruck auf die Landwirtschaft erhöhen und Erträge schmälern. Mein Ideal ist eine Landwirtschaft, die von mittelständischen Betrieben geprägt ist – egal, ob es sich um konventionell oder biologisch wirtschaftende Betriebe handelt. Diesem Ideal werden wir nicht näher kommen, indem der Kostendruck auf Landwirte immer weiter zunimmt. Respekt vor der Landwirtschaft und mehr politischer Realitätssinn sind deswegen die Gebote der Stunde.“


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