Michael Sack: Extrem unwahrscheinlich, dass sich aus Test-Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern andere Erkenntnisse gewinnen lassen, als aus Test-Tourismus in Schleswig-Holstein

07.05.2021

Seit rund drei Wochen ist Tourismus in Eckernförde möglich, seit dem 1. Mai auf Sylt und ab Sonnabend auch auf der schleswig-holsteinischen Seite der Lübecker Bucht. Ab dem 17. Mai öffnen dann in ganz Schleswig-Holstein die Hotels und die Gaststätten. Seit Mittwoch gibt es endlich auch in Mecklenburg-Vorpommern eine zaghafte Diskussion über die Öffnung des Tourismus. Hierzu erklärt der Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack:

„Ich begrüße außerordentlich, dass in Mecklenburg-Vorpommern endlich eine ehrliche Debatte über die Öffnung von Hotellerie und Gastronomie eingesetzt hat. Ich halte es für einen schweren Fehler, dass das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor auf totale Abschottung setzt, während das Tourismusland Schleswig-Holstein bereits mit gesetzten Segeln der Tourismussaison entgegenfährt.

Mir will auch nicht einleuchten, welche exklusiven Erkenntnisse sich Mecklenburg-Vorpommern noch von touristischen Testregionen erhofft; die Landräte von Nordfriesland, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg oder Ostholstein geben garantiert gern Auskunft darüber, unter welchen Bedingungen Tourismus unter nach wie vor pandemischen Bedingungen funktionieren kann. Insofern halte ich die zaghaften Debatten über Testurlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu Pfingsten auch für reichlich mutlos. Darüber hinaus läuft uns für Test-Tourismus schlicht die Zeit davon. Sowas wäre vor drei Wochen vielleicht eine sinnvolle Idee gewesen, nach Pfingsten ist sie das sicher nicht mehr.

Es kommt hinzu, dass durch das frühzeitige Anfahren des Tourismus in Schleswig-Holstein eine Fachkräfteabwanderung aus unseren touristischen Zentren droht. Die Branche hat in Mecklenburg-Vorpommern ohnehin schon ein Fachkräfteproblem. Wenn wir jetzt so tun, als sei die Welt jenseits der Elbe zu Ende, dann kann sich das für uns in der Hauptsaison bitter rächen.

Nach meiner Kenntnis gibt es in Mecklenburg-Vorpommern bereits kluge Konzepte, die hygienisch einwandfreien, ungefährlichen Tourismus ermöglichen, zumal auch noch ein großer Erfahrungsschatz aus dem vergangenen Jahr vorliegt. Gleiches gilt für das Thema Gastronomie. Ich plädiere mit Nachdruck dafür, kurzfristig über die Verwirklichung dieser Konzepte zu sprechen.“


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