Michael Sack: Der Erhalt der Geburtenstation in Crivitz muss als politisches Ziel weiterhin ernst genommen werden

29.07.2021

Mit 6 Mio. EURO hat das Land Mecklenburg-Vorpommern den Landkreis Ludwigslust-Parchim unterstützt, damit dieser seinen Wunsch finanzieren konnte, das Krankenhaus in Crivitz zu kaufen. Hintergrund dieses Kaufes war die Idee, dass eine Schließung der Geburtenstation, wie sie der private Eigentümer vorgesehen hatte, verhindert bzw. rückgängig gemacht werden kann. Inzwischen ist der Landkreis Träger des Krankenhauses - was die Geburtenstation angeht, zeichnet sich allerdings eine dauerhafte Schließung ab. Aus diesem Grund fand am heutigen Tage ein Gespräch zwischen der Bürgerinitiative, der Bürgermeisterin von Crivitz und dem Vorsitzenden der CDU Mecklenburg-Vorpommern und Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Michael Sack statt.

Michael Sack erklärt hierzu:

„Das Engagement der Bürgerinitiative, der Bürgermeisterin und der Ehrenamtler vor Ort ist nach wie vor richtig und auch sehr gut nachvollziehbar: Eine kinderfreundliche Gesellschaft braucht Geburtenstationen. Gerade das Krankenhaus in Crivitz hatte und hat in diesem Zusammenhang einen ausgezeichneten Ruf. Ich habe deswegen mit wachem Interesse die Pläne des Landkreises Ludwigslust-Parchim verfolgt, das Krankenhaus zu verstaatlichen, um so stärkeren Einfluss auf die vom Krankenhaus vorgehaltenen medizinischen Leistungen zu erhalten. Die Unterstützungszahlungen, die es hierfür vom Land gab, waren durchaus stattlich, insofern hätte man eigentlich davon ausgehen müssen, dass die Geburtenstation nicht geschlossen werden muss bzw. zügig wieder entsteht.

Wie ich vor Ort in Crivitz erfuhr, scheint der Wunsch nach Erhalt der Geburtenstation in weite Ferne gerückt. Berichte, dass das Krankenhaus in Crivitz inzwischen in engem Kontakt mit dem privaten HELIOS Klinikum in Schwerin steht, mit dem Ziel, im Bereich Geburtshilfe ein dauerhaftes Kooperationsmodell zu etablieren, sorgen zusätzlich für Verunsicherung. Ich weise an dieser Stelle auf die verheerenden Folgen vor Ort hin, die durch die Veränderungen am Krankenhaus in Wolgast entstanden sind. Vertrauen in kleine Häuser ist unheimlich wichtig, die Menschen brauchen die Gewissheit, vor Ort in guten Händen zu sein. Deswegen muss schnell klar sein, wie es in Crivitz konzeptionell weitergeht. Die breit getragene politische Unterstützung für die Rekommunalisierungspläne gab es unter der Maßgabe und mit dem Ziel, dass die Station erhalten bleibt. Sollte dieses Ziel sich nicht verwirklichen lassen, gehe ich davon aus, dass das Finanzministerium in Schwerin die gewährte Fördersumme zurückverlangt.

Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Ich bin nach wie vor optimistisch, dass es gelingen kann, die Geburtenstation dauerhaft am Standort in Crivitz zu halten. Hierzu braucht es in erster Linie ein klares Konzept des Landkreises und vor allem braucht es ein eindeutiges politisches Bekenntnis. An beidem scheint es derzeit zu fehlen. Daneben braucht es eine Veränderung des von rot-grün seinerzeit erdachten medizinischen Leistungsvergütungssystems, an dem eine Arbeitsgruppe beim Bundesgesundheitsministerium nun schon seit geraumer Zeit arbeitet. Und es braucht aus meiner Sicht vor allem eine Ausweitung der Ausbildungskapazitäten an unseren Universitätskliniken. Wir brauchen schlicht mehr Ärztinnen und Ärzte, insbesondere solche, die nach dem Studium hier im Land praktizieren. Das Land kann hier aus eigener Kraft Anstrengungen unternehmen und sollte dies aus meiner Sicht auch dringend tun.“


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