Michael Sack: Beruflicher Bildung in der Pandemie mehr Aufmerksamkeit schenken

19.01.2021

Der Landesvorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den flexibleren Umgang bei überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen und fordert eine Offensive für die berufliche Bildung in Mecklenburg-Vorpommern:

„Dass aktuell Berufsschulen für die Abschlussklassen nach wie vor offen sind, ist gut. Wenn aber keine Lehrgänge für Auszubildende in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung stattfinden dürfen, nutzt das wenig. Gegenüber anderen Bundesländern, in denen trotz höherer Inzidenzwerte deutlich flexibler agiert wird, leistet sich Mecklenburg-Vorpommern mal wieder einen Wettbewerbsnachteil.

Ich erkenne hier ein strukturelles Problem. Beispiele:

  • Berufsschulen wurden geschlossen, Ausbildungsgänge zentralisiert, ein digitaler Ausgleich fand nicht statt, Fahrtkostenzuschüsse für Berufsschüler erfolgen noch immer viel zu zögerlich
  • Bei der Einführung des Azubitickets ist MV Schlusslicht
  • Bei der Digitalisierung der Berufsschulen sind wir zum Teil auf dem Stand der 1990er Jahre
  • Berufsschullehrer sind Mangelware
  • In der Berufsfrühorientierung erfolgt keine ausreichende Gleichbehandlung von akademischer und dualer Ausbildung

Die stiefmütterliche Behandlung der Beruflichen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern ist ein strukturelles Problem, das zahlreiche negative Folgen nach sich zu ziehen droht. Um den Fachkräftemangel in diesem Land nicht ohne Not zu verschlimmern brauchen wir aktuell ganz dringend die Öffnung für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung. Langfristig wird aber deutlich mehr nötig sein. Für die Zeit nach Corona denke ich zum Beispiel an eine Digitalisierungs- und Dezentralisierungsoffensive an unseren Berufsschulen und an eine breit angelegte Kampagne für die Duale Ausbildung.“


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