Michael Sack: Bei der Einführung des Azubi-Tickets endlich die Handbremse lösen

15.09.2020

Heute wurde die Erhöhung des Vergabe-Mindestlohn von 10,07 auf 10,35 EURO beschlossen. In diesem Zusammenhang erklärt der Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack:

„Ich finde es richtig, dass im Land Mecklenburg-Vorpommern Diskussionen um Lohnuntergrenzen geführt werden – auch und gerade dann, wenn es um die Vergabe öffentlicher Aufträge geht. Ich stelle aber auch fest, dass unsere wesentliche wirtschafts- und sozialpolitische Herausforderung nach wie vor in der viel zu geringen Industriedichte und dem erheblichen Fachkräftemangel insbesondere im Handwerk besteht. Beides, Fachkräftemangel und geringe Industriedichte, führt dazu, dass in unserem Land im Durchschnitt niedrigere Löhne als anderswo gezahlt werden und dass unsere Wirtschaft weniger schnell wächst, als sie könnte. Wenn wir im bundesweiten Vergleich endlich Anschluss finden wollen an das Lohnniveau anderer Bundesländern müssen wir an diesen Problemen dringend arbeiten.

Ein erster wichtiger Schritt mit erheblicher Signalwirkung wäre die Einführung des Azubi-Tickets. Die Forderung nach diesem Ticket gibt es in Mecklenburg-Vorpommer nicht erst seit gestern, deswegen sehe ich mit wachsendem Unverständnis, dass die politischen Aufmerksamkeitsreserven für alles Mögliche eingesetzt werden, nicht aber für ein Thema, das für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes von elementarer Bedeutung und politisch nicht einmal strittig ist. Auch die organisierte Wirtschaft und die Kammern haben sich kürzlich erst wieder ausgesprochen wohlwollend geäußert, was das die Einführung des Tickets angeht. Ich möchte daher eindringlich dafür werden, endlich ein Konzept sowie einen verbindlichen Zeitplan für die Einführung des Tickets auf den Tisch zu legen. In neun Bundesländern gibt es ein solches Ticket schon, wir hätten uns mit der Einführung des Tickets einen Wettbewerbsvorteil um den Fachkräftenachwuchs erarbeiten können, jetzt gilt es, zumindest den Wettbewerbsnachteil abzumildern.“


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